- Zunächst einmal möchten wir betonen, dass wir bedauern, dass es zu dieser Situation gekommen ist. In unserer Partei finden unterschiedliche politische Anschauungen und Politikansätze ihre Heimat. Dieser Pluralismus ist wichtig und unverzichtbar. Dass sich im Kreisvorstand der LINKEN. Köln die politische Breite des Kreisverbandes nur eingeschränkt widerspiegelt, ist eine Nachwirkung der Jahreshauptversammlung im August 2008. Dies ist eine Schwäche, die auch durch die zuletzt erfolgte Nachwahl nicht vollständig beseitigt werden konnte. Durch die drei Rücktritte wird die politische Breite des Kreisvorstandes leider noch weiter eingeschränkt. Das bedauern wir ausdrücklich, zumal sich in den Projekten zur Verankerung der LINKEN. in benachteiligten Stadtteilen und zum Widerstand gegen den kommunalen Sparhaushalt eine auch nach außen wirksame Zusammenarbeit aller Richtungen über die 2008 aufgerissenen Grenzen hinweg positiv entwickelt.
- In der gemeinsamen Erklärung von Elisabeth Sachse, Cindy Kolter und Claudia Trappe-Nolden zur ihren Rücktritten aus dem Kreisvorstand der LINKEN. Köln werden eine ganze Reihe von Gründen angeführt. Offenbar haben sie den Eindruck gehabt, sich mit ihren politischen Anschauungen nicht in dem Maße durchgesetzt zu haben, wie sie sich dies gewünscht haben.
In der Tat hat es in den letzten anderthalb Jahren zunehmend Differenzen bezüglich der Arbeitsweise des Kreisvorstandes gegeben, die nach und nach darin gipfelten, dass der persönliche Umgang miteinander immer frostiger wurde. Der Kreisvorstand hat in den letzten Monaten versucht, dieser Entwicklung unter Einbindung aller Beteiligten entgegen zu wirken. Noch vor wenigen Wochen wurden Verfahrensvorschläge beschlossen, um die Arbeitsweise für alle angenehmer zu gestalten. Wir bedauern, dass die zurückgetretenen Genossinnen die dort gegebenen Möglichkeiten nicht genutzt und das Ergebnis nicht abgewartet haben.
Über manche der von ihnen angeführten Punkte kann man sicher kontrovers diskutieren und zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen. Wir kritisieren jedoch den Ansatz, mit dem die drei Genossinnen die jetzige innerparteiliche Auseinandersetzung führen wollen: Sie unterstellen anderen Parteimitgliedern, sie setzten sich allein deshalb mit ihren Positionen durch, weil sie „trickreich“ seien, „Machtspielchen“ spielten, „Scheindebatten“ führten und „durch gezielte Versammlungstaktiken“ wichtige politische Entscheidungen verhindert hätten. Diese Art und Weise der Auseinandersetzung ist nicht akzeptabel und trägt nicht dazu bei, unterschiedliche Positionen und Politikansätze tatsächlich solidarisch zu klären.
In der Erklärung wird dem Vorstand sogar satzungswidriges Verhalten vorgeworfen („unlautere Tricksereien“, „Manipulationen“). Der Kreisvorstand weist diese Vorwürfe zurück. - Da wir in wenigen Wochen Sommerpause haben und am 30.10.2010 der gesamte Kreisvorstand neu gewählt werden wird, halten wir es nicht für sinnvoll, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, um für die verbleibende kurze Zeit die drei freien Plätze nochmals durch Nachwahlen zu besetzen. Wir werden unser möglichstes tun, die uns gestellten Aufgaben mit den verbliebenen 13 Kreisvorstandsmitgliedern zur möglichst großen Zufriedenheit aller Parteimitglieder zu erfüllen.
Die bisherigen Aufgaben der Sprecherin werden sich bis zu diesen Neuwahlen die beiden stellvertretenden Sprecherinnen Angelika Link-Wilden und Sengül Senol teilen. Gemeinsam mit dem Sprecher Hans Günter Bell ist damit die Außenvertretung des Kreisverbandes auch weiterhin gewährleistet. - Um künftig eine konstruktive Zusammenarbeit aller unterschiedlichen Ansätze in der Kölner LINKEN. und ihrem Kreisvorstand zu ermöglichen, laden wir alle Mitglieder des Kreisverbandes nochmals dazu ein, sich sowohl an der Erarbeitung des Arbeitsprogrammes für 2010-2012 intensiv zu beteiligen, als auch sich frühzeitig Gedanken über eine mögliche Kandidatur für den nächsten Kreisvorstand zu machen. Denn nur ein plural zusammengesetzter Kreisvorstand, der mit einem von Vielen mitgetragenen Arbeitsprogramm ausgestattet ist, kann Situationen wie die jetzige in Zukunft vermeiden.