Und versucht die Armut, sich Gehör zu verschaffen, ruft die Caritas die Polizei! Dies war am Freitag, dem 27.03.2009, beim alljährlich stattfindenden Sektempfang der Caritas zu erleben, der unter dem Namen „Armut hat viele Gesichter“ stattfand.
Eine kleine Gruppe von Demonstranten sollte mit einem übermächtigen Polizeiaufgebot daran gehindert werden, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrzunehmen.
„Alle reden über uns, jedoch traut man sich nicht, uns mitreden zu lassen“, so die Sprecherin der Partei DIE LINKE Köln, Elisabeth Sachse.
Unter dem Deckmantel der Mildtätigkeit und des Altruismus präsentierte die Caritas ihre Vorstellungen zur Umsetzung des Konzeptes „Fördern und Fordern“, um somit finanzielle Unterstützung einzuwerben.
Dafür wurden die gutbürgerlichen Klischees der selbstverschuldeten Armut und des Elends bedient: Allein Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie unglückliche familiäre Umstände würden zu persönlichem Versagen und Elend führen.
Unter der Voraussetzung, dass die Betroffenen selbst die Verantwortung für ihre persönliche Problemlage übernehmen, ist die Caritas bereit, helfend einzugreifen, z. B. mittels ‚Integrationsmaßnahmen‘ wie Ein-Euro-Jobs. Diese Ein-Euro-Jobs sind keine regulären, sondern disziplinierende und mit Sanktionen flankierte Beschäftigungsverhältnisse.
Mit der Umsetzung solcher Maßnahmen wird die Caritas sogar zum finanziellen Nutznießer der Hartz-Reformen: Denn jeder ‚Betreuungsfall‘ in einem Ein-Euro-Job wird mit mindestens 300 Euro aus Steuermitteln vergütet.
Um die Armut in unserem Land zu bekämpfen, bedarf es jedoch ganz anderer Maßnahmen. Die Projektgruppe „Für soziale Gerechtigkeit – Jetzt Aufstehen gegen Hartz IV!“ der Partei DIE LINKE Köln fordert:
Kontakt: Elisabeth Sachse, Sprecherin der LINKEN Köln,
Tel.: 0177 – 811 92 69, E-Mail: elisabeth.sachse@die-linke.org