Kontakt: Elke Hoheisel-Adejolu (e_hoheisel@web.de)
in welchen Formen, zu welchen Inhalten wollen sie politisch arbeiten?
Dazu machen wir uns seit Jahren Gedanken. Jetzt ergreift der Sprecherinnenrat von LISA die Initiative, die zukünftige Frauenstruktur der LINKEN offen und öffentlich zu diskutieren und dazu einen Entscheidungsprozess einzuleiten. Damit unterstützen wir einen Beschluss des Parteivorstands der LINKEN von April dieses Jahres, wonach dieses weite Feld von einer Kommission bearbeitet werden soll.
Wir rufen Euch zur Mitarbeit auf und laden Euch herzlich zu einem Arbeitstreffen am 14. November von 11 bis 18 Uhr nach Köln ein.
Anmeldung bitte bis 19.Oktober an Elke Hoheisel: e_hoheisel@web.de
(Die Einladung mit genauen Angaben zum Ort und den Ablaufplan versenden wir in Kürze.)
Am 15. November findet in Köln das Bundes-LISA-Treffen statt mit Wahlen von Sprecherinnen, Delegierten und Arbeitsplanung für 2010. Auch dazu melden sich Interessierte bitte bei Elke Hoheisel an.
Kostenbeitrag: für den 14. November 30 Euro, für den 14./15. November 50 Euro. Darin enthalten sind Verpflegung und, wenn nötig und gewünscht, ganz oder teilweise Erstattung der Reisekosten (Inlandflüge werden nicht finanziert) und Übernachtung im Doppelzimmer. Einzelzimmer müssen selbst bezahlt werden.
Am Geld soll die Teilnahme nicht scheitern! Nach vorheriger Absprache können die Kosten komplett übernommen werden.
Wir haben schon viel gearbeitet und viele Erfahrungen…
… zur Selbstorganisation LINKER Frauen. Wir haben viele Papiere geschrieben und Debatten geführt im Zusammenhang mit dem Linken Frauenaufbruch, mit diversen Frauenplenen der LINKEN, mit Frauenkonferenzen etwa in Esslingen oder Erkner. Materialien zu diesen Erfahrungen und Debatten stellen wir zur Vorbereitung schrittweise hier ein. Bitte, habt Nachsicht, wenn sie erst nach und nach eingestellt werden können. Schickt auch Eure Gedanken, Fragen, Erfahrungen an LISAs Webadministratorin Sandra Beyer: sandra-beyer@cyl.de.
Programm und Selbstorganisation
Unserer Erfahrung als LISA-Frauen nach leiden die Debatten zur Selbstorganisation von LINKEN Frauen Mangel an -gemeinsamer- Programmatik. Die Geschlechterverhältnisse zur revolutionieren – das wäre aus unserer Sicht der Sinn und Zweck einer Frauenorganisation der LINKEN.
Auf dem Weg dahin dürfen aus unserer Sicht Programmatik und Organisation nicht auseinander fallen. Wie wir das bewerkstelligen können und wollen – auch das wollen wir mit Euch in Köln beraten.
Wir bewegen uns aktuell in Spannungsgefügen, die in einigen Zahlen deutlich werden können, etwa diesen: 40 Frauen und 36 Männer sind in der Bundestagsfraktion der LINKEN. Das ist toll und ermutigend! Aber nur 37,7 % der Mitglieder der LINKEN sind Frauen, mit abnehmender Tendenz. Wie muss sich die LINKE verändern, damit auch Frauen gern in ihr sind? Gefühlte 100 % der weiblichen Mitglieder der LINKEN finden ihre politischen Interessen nur unzureichend in ihrer eigenen Partei berücksichtigt, Umgangsformen und Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig. Verträgt sich die LINKE mit Feminismus, Feminismen und mit Selbstbestimmung, Autonomie?
23 % weniger als Männer verdienen Frauen in Deutschland. 20 % der Frauen haben sexualisierte Gewalterfahrungen. Die Diskriminierung von Frauen ist -immer noch- existenziell und umfassend; können wir sie durch Frauenpolitik überwinden? Oder braucht die LINKE als Partei der sozialen Gerechtigkeit eine radikale, an die Wurzel gehende Geschlechterpolitik?
Der Parteivorstand, die Kommission, eine Frauenstruktur
Am 25.4.09 fand die Tagung des Parteivorstands (PV) mit dem Tagesordnungspunkt "Für eine aktive und politisch gestaltende Rolle von Frauen in der Partei" statt, an der drei Bundes-LISA-Sprecherinnen und weitere LISA-Frauen teilnahmen. Es lag ein Antragspaket, eingereicht von einigen Frauen des PV vor, in dessen Kern es um die Schaffung einer neuen Frauenstruktur in der Partei DIE LINKE. ging.
LISA machte den bestehenden Dissens innerhalb der LINKEN in der Frage, wie sich Frauen organisieren und welche Geschlechterpolitik die LINKE führen solle, öffentlich und argumentierte überzeugend für antihierarchische und autonome Strukturen, die eine Durchlässigkeit von Partei und Gesellschaft möglich macht.
Der PV fasste nach einer längeren Debatte, in der auch eine große Wertschätzung der BAG-LISA entgegen gebracht wurde, einen Beschluss: Der Parteivorstand beauftragt eine Kommission zur Erstellung eines Vorschlages für die zukünftige Struktur, in der Frauen in der Partei DIE LINKE organisiert sind.
Das Bundes-LISA-Treffens am 2.5.09 diskutierte diesen Beschluss des PV und erklärte: „Wir LISA-Frauen sind uns einig, dass wir auch künftig eine autonome Struktur wollen. ... Einige Frauen (Esther Abel, Christine Dommer, Hildegard Heinemann, Bärbel Lange, Constanze Lehr, Nanni Rietz-Heering, Christiane Wiedstruck) haben sich gleich bereit erklärt, in dieser Kommission mitzuwirken; weitere Mitfrauen sind aber jederzeit willkommen.“ Wir streben an, aus jedem Bundesland Frauen für die Mitarbeit in der Kommission zu gewinnen.
LISA ergreift nun die Initiative und lädt zum Treffen am 14. und 15. November 2009 nach Köln ein. Wir möchten mit euch unter anderem die Frage diskutieren, welche Anforderungen stellen wir Feministinnen an DIE LINKE. Zugleich nehmen wir die Arbeit der Kommission auf und diskutieren, wie sich Frauen in der Partei DIE LINKE organisieren.
LISA – Sprecherinnenrat: Sandra Beyer – Christel Buchinger – Christine Dommer – Bärbel Lange – Christiane Reymann – Cornelia Swillus-Knöchel