Unser Wahlprogramm für Ehrenfeld

DIE LINKE strebt ein besseres Leben für alle im Stadtbezirk an – sozial, solidarisch, ökologisch und demokratisch.

Ein gutes Leben für alle kann nur gelingen, wenn niemand an den Rand und in unwürdige Lebensverhältnisse gedrückt wird. Gute Arbeit, gutes Wohnen und eine ausreichende Versorgung sind Bedingungen dafür.

Bei Neubauten müssen mindestens 30% der Wohnungen mietpreisgebunden sein. Benötigt werden preisgünstige und gute Wohnungen in ausreichender Zahl für alle: für Familien mit Kindern, Alleinstehende und Großfamilien, für Studierende genauso wie für Seniorinnen und Senioren. Denn die steigenden Mieten können sich viele nicht mehr leisten. Niemand darf aber wegen zu hoher Mietkosten aus Ehrenfeld verdrängt werden.

Inzwischen gibt es ein reiches und aufblühendes Kulturangebot im Stadtbezirk – weitgehend ohne öffentliche Unterstützung. Dieses Kulturangebot muss erhalten bleiben und gefördert werden. Kulturelle Angebote genauso wie öffentliche Plätze und Grün müssen auch in den neu zu bebauenden Gebieten wie z.B. dem ehemaligen Güterbahnhofgelände einen Platz finden.

Die Planung für Neubaugebiete soll auch die Ansiedlung von verträglichen Gewerbebetrieben berücksichtigen – damit auch Arbeitsplätze wohnortnah vorhanden sind.

Die Sozialraumkoordinationen in Bocklemünd/Mengenich und in Bickendorf/Westend/Ossendorf leisten wichtige Koordinations- und Unterstützungsarbeit. Ihr Fortbestand muss sicher sein und ihre finanzielle Ausstattung muss wieder erhöht werden, damit sie handlungsfähig bleiben.

Die Bürgerinnen und Bürger in Ehrenfeld haben sich in vielen Fragen engagiert – ob zur Neugestaltung des Heliosgeländes, bei der Umgestaltung des Alpener Platzes oder der Konzeption des Rochusgeländes in Bickendorf – überall zeigt sich: Sie haben umsetzbare Ideen, packen mit an und können sich durchsetzen. Diese Kultur der Bürgerbeteiligung und des Bürgerengagements wollen wir fördern und unterstützen. Erfolgreiche Bürgerbeteiligung darf nicht mit Kostenargumenten ausgebremst werden.

Viele Kulturen leben friedlich miteinander – das unterstützen wir.

DIE LINKE tritt für Gleichberechtigung auf allen Ebenen ein. Gleiche Rechte für alle können nur gemeinsam erstritten werden. Wir stehen für Religionsfreiheit und streiten gegen rechtsextreme Demagogie. Der Moschee-Neubau gehört zum Stadtbezirk wie christliche und jüdische Einrichtungen. Gemeinsames Leben erfordert gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung. Wir freuen uns auf die Einweihung der Moschee und sind überzeugt, dass sie eine kulturelle Bereicherung für den Stadtbezirk werden kann.

Ehrenfeld gehört allen. Alle gehören zu Ehrenfeld. DIE LINKE arbeitet deshalb mit an einer Willkommenskultur für Geflüchtete und Zugewanderte.

Mehr öffentlicher Personennahverkehr und gute Radwege

Ehrenfeld ist ein lebendiger Stadtbezirk. Viele Kölnerinnen und Kölner müssen täglich durch oder nach Ehrenfeld, um ihre Wohn- oder Arbeitsstätte zu erreichen. Der Stadtbezirk leidet unter einem hohen Verkehrsaufkommen. DIE LINKE steht für eine Verkehrspolitik, die die Belastungen der Menschen durch den Autoverkehr mindert und den öffentlichen Personennahverkehr und den Radverkehr fördert. Deshalb brauchen wir Tempo 30 im gesamten Stadtbezirk – auch auf den Durchgangsstraßen. Der LKW-Verkehr muss durch großräumige Umgehung reduziert werden. Das Radwegenetz muss ausgebaut werden, dazu gehört auch eine Fußweg- und Fahrradtrasse zwischen Ehrenfeld und Braunsfeld.

Der geplante Ausbau der Straßenbahnlinie 3 in Bocklemünd muss endlich stattfinden. Dazu fordern wir eine Taktverdichtung der Stadtbahnlinien 3, 4 und 5 sowie der Buslinie 142.

Ein lebenswerter Stadtbezirk für Jung und Alt

Bildung ist die Ressource der Zukunft. Deshalb muss die Inklusive Universitätsschule (IUS) auf dem Heliosgelände schnellstmöglich umgesetzt werden.

Ehrenfeld braucht außer der Max-Ernst-Gesamtschule und der IUS noch eine weitere Gesamtschule – das zeigen die Anmeldezahlen. Und: manche Schulen sind in einem schrecklichen Zustand – vorrangig müssen die Montessori-Schulen in Bickendorf generalsaniert werden.

Wir fordern Spielplätze in den Neubaugebieten Vogelsang und am Butzweilerhof genauso wie Bolzplätze dort und in Bocklemünd.

In Ehrenfeld leben immer mehr Kinder. Ihre Unterstützung, medizinische und schulische Versorgung muss sichergestellt werden. Sechs Kinder- und Jugendärzte sind zu wenig. Kinderärzte müssen wohnortnah erreichbar sein. Das gilt auch für Kindertagesstätten. Zudem ist die Versorgung mit Betreuungsplätzen immer noch unzureichend.

Ehrenfeld braucht für die Seniorinnen und Senioren ein Wohn-, Unterstützungs- und Pflegeangebot, das ihnen die Möglichkeit lässt, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Der Anteil von Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund nimmt zu, nicht aber die Angebote für sie. Wir brauchen weitere Mehrgenerationenhäuser und Wohngruppen für pflegebedürftige alte Menschen oder für Menschen mit Behinderungen, die nicht alleine leben können.

Alle Menschen müssen sich im Stadtbezirk bewegen können, deshalb müssen der Bahnhof Ehrenfeld und alle Verkehrswege auf ihre Barrierefreiheit überprüft werden – das nützt Menschen mit Behinderungen, mit Kinderwagen und auch Seniorinnen und Senioren.

In allen Stadtteilen muss die Nahversorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs sichergestellt sein – das gilt für Alt-Vogelsang ebenso wie für die Neubaugebiete u.a. am Butzweilerhof. Auch GAG und Wohnungsbaugenossenschaften sind hier mit in der Verantwortung.

DIE LINKE für Ehrenfeld – sozial, solidarisch, ökologisch und demokratisch.