Antrag der LINKEN findet Mehrheit auf Ratssitzung gestern
Am 13.7.2013 beschloss der Kölner Rat auf Initiative der LINKEN mit den Stimmen von SPD und Bündnis90/Die Grünen, sich frühzeitig dem Problem des doppelten Abiturjahrgangs 2013 zu widmen. Dann werden aufgrund der Verkürzung des Gymnasiums auf Klasse 12 zwei Abiturjahrgänge die Schule abschließen. Das bedeutet, dass 2013 doppelt so viele Abiturienten wie üblich Plätze an den Universitäten, den Berufskollegs oder in Ausbildungsbetrieben nachfragen werden.
2009 haben in Köln 3.182 Abiturienten die Gymnasien verlassen, Tendenz steigend. 2013 könnte diese Zahl bei ca. 6.500 liegen. DIE LINKE möchte sicherstellen, dass diese Abiturienten ihre Ausbildung ohne Qualitätsverlust aufgrund des großen Andrangs absolvieren können. Außerdem muss mit dem Problem umgegangen werden, dass Abiturienten mehr und mehr Haupt- und Realschüler vom Ausbildungsmarkt verdrängen. Schon heute haben 90 % aller jungen Menschen, die ALG II beziehen, keine Berufsausbildung. Die Zahl stieg in Köln von 4.000 im letzten auf 4.370 Personen in diesem Jahr an.
Dazu erklärt der Fraktionssprecher Jörg Detjen: „Junge Menschen brauchen in diesem Jahr nicht nur einen Ausbildungsplatz im Betrieb, an Universitäten oder Fachhochschulen, sondern auch Ressourcen wie z.B. eine Wohnung. Alle beteiligten Institutionen sind gefordert, ihre Hausaufgaben zu machen. Deshalb auch unser Appell an die neue Landesregierung. Das Land als Bildungsträger muss finanzielle Mittel für die Uni, den Fachhochschulen und Berufskollegs bereitstellen, damit es keinen Qualitätsverlust bei der Ausbildung gibt.“
Detjen weiter: „Für mehr Abiturienten brauchen wir auch mehr Lehrstellen. Die Stadt und ihre Unternehmen müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Köln muss seinen Einfluss im Kommunalen Bündnis für Arbeit nutzen, damit die Unternehmen mehr Ausbildungsplätze schaffen.“
Fraktionssprecherin Gisela Stahlhofen ergänzt: „Auch wenn die Stadt hier an vielen Stellen nicht selbst an den Stellschrauben drehen kann, wird sie den Prozess begleiten und evtl. Nachbesserungen anmahnen.“