SPD und Grüne haben als Reaktion auf einen Antrag der LINKEN ebenfalls die sofortige Errichtung einer neuen Gesamtschule beantragt. Danach kam auch noch eine Verwaltungsvorlage auf die Tagesordnung der Sitzung. DIE LINKE. hatte ihren Antrag zuerst eingereicht und war damit auf das Ergebnis der Befragung von Eltern der jetzigen Drittklässler eingegangen. Sie beantragt die Errichtung einer weiteren Gesamtschule mit Gemeinsamem Unterricht von SchülerInnen mit und ohne Behinderung. Zusätzlich will DIE LINKE. ein Konzept, um der gesamten Nachfrage an Gesamtschulplätzen gerecht zu werden. Das könnte beispielsweise sowohl durch die Errichtung weiterer Schulen oder die Erweiterung bestehender Gesamtschulen erreicht werden.
Hierzu erklärt Özlem Demirel, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Rat und Landtagskandidatin: „Bereits der Trend der letzten Jahre zeigte, dass in Köln der Wunsch vieler Eltern, ihr Kind auf eine Gesamtschule zu schicken aufgrund von Angebotsmangel nicht berücksichtigt werden konnte. Laut den Ergebnissen der Elternbefragung werden auch zum Schuljahresbeginn 2011/12 570 Gesamtschulplätze in Köln fehlen. Schon bei fünfzügigen Schulen à 25 SchülerInnen wären demnach fünf weitere Gesamtschulen nötig. Um dem Elternwillen gerecht zu werden, muss die Verwaltung Wege aufzeigen, dem tatsächlichen Bedarf an Gesamtschulplätzen gerecht zu werden. Eine weitere Gesamtschule mit Gemeinsamem Unterricht muss jetzt umgehend eingerichtet werden.“
Dass sowohl die Verwaltung als auch SPD und Grüne zu diesem Thema Beschlussvorlagen bzw. Anträge einreichen, wertet Demirel positiv: „Es freut uns, dass sich unsere KollegInnen im Rat und die Verwaltung unserer langjährigen Arbeit zum Thema Gesamtschule angeschlossen haben. Schließlich verweigerten SPD und Grüne erst vor einem halben Jahr einem Antrag der LINKEN auf Errichtung einer weiteren Gesamtschule die Zustimmung. Doch eine einzige weitere Gesamtschule kann nicht das Ende der schulpolitischen Umstrukturierung in Köln sein. Der Wunsch aller Eltern, die ihr Kind auf eine Gesamtschule schicken möchten, muss berücksichtigt werden. Deshalb ist ein umfassendes und langfristig angelegtes Konzept nötig.“
Demirel meint weiter. „Die Elternbefragung zeigt eines ganz deutlich: 2/3 aller Eltern sprechen sich unmittelbar für das längere Gemeinsame Lernen in der Schule aus. 72% möchten den Gemeinsamen Unterricht – also die Inklusion - mit entsprechenden Ressourcen und 82% aller Eltern möchten ihr Kind auf eine Schulform schicken, auf der es die Möglichkeit erhält das Abitur zu erlangen. Das sind ganz klare Fakten, die darauf hinweisen, dass in Köln und NRW noch viel im Bereich der Bildung zu tun ist. Befürworter der Trennung nach der 4. Klasse sehen die realen Wünsche und Sorgen der Eltern nicht. DIE LINKE. und die Schülervertretungen sowie viele Eltern sprechen sich für das längere gemeinsame Lernen – für Eine Schule für ALLE und somit für mehr Chancengerechtigkeit und damit mehr Perspektiven für jeden Einzelnen aus.“