2. Dezember 2011 Ortsverband Schäl Sick

Erfolgreiche Kita-Veranstaltung in Köln Kalk - DIE LINKE bleibt dran!

 

Am Montag den 28. November 2011 fand im Bürgerhaus Kalk die Veranstaltung „Gute Kitas für alle? – Kindertagesbetreuung und U3-Ausbau in Köln“ statt. Zu der Veranstaltung luden Dr. Carolin Butterwegge MdL (kinderpolitische Sprecherin Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW) und die Ortsverbände Schäl Sick und Lindenthal der LINKEN Köln die Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln, Dr. Agnes Klein, und Hildegard Merten, die Geschäftsführerin der GEW Köln ein. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Hans-Günter Bell, dem Sprecher des Ortsverbandes „Schäl Sick“, DIE LINKE.

Frau Dr. Agnes Klein, welche als Erste das Wort erhielt, führte aus, dass Köln schon im kommenden Jahr die 30%-Betreuungsquote ‚knacken‘ werde. Eine zusätzliche Herausforderung liege darin, dass Köln eine wachsende Stadt sei, was zu einem erhöhten Platzbedarf in den Kitas führe. Letztlich sei eine tatsächliche Nachfrage nach Betreuungsplätzen von 50-60% zu erwarten. Die Stadt Köln versuche in der Kindertagesbetreuung ein Verhältnis von 80% Plätze in Kitas und 20% in der Tagespflege zu erreichen. Gegenwärtig werde, nicht zuletzt um das U3-Ausbauziel zu erreichen, eine Verhältnis von 70 zu 30 angepeilt, was auch der Landesplanung entspreche.

Als eine Konsequenz aus dem Streik der ErzieherInnen 2009 übernimmt die Stadt Köln die dauerhafte und freiwillige Finanzierung von Hauswirtschaftskräften für die städtischen Kitas. Dies schlage mit jährlich etwa drei Millionen zu Buche. Frau Dr. Klein bekräftigte den politischen Willen, perspektivisch die gesamte Kindertagesbetreuung beitragsfrei zu stellen. Um dies zu erreichen, werde die Stadt Köln vorangehen, und zeitnah auch Kinder im vorletzten Kita-Jahr von den Elternbeiträgen befreien. Dies geschehe in der Erwartung, dass auch das Land hierbei nachziehe.

Im Anschluss beleuchtete Hildegard Merten die enormen Probleme und Verschlechterungen, die das KiBiz für die in den Kindertagesstätten Beschäftigten mit sich brachte. So sei der Personalschlüssel oft nicht ausreichend, Krankheitsvertretungen fehlten, Arbeitsverträge nur teilzeit oder befristet. Zu viel Zeit brächten die ErzieherInnen mit den gestiegenen Aufgaben jenseits der Interaktion mit Kindern zu. Darüber hinaus kritisierte sie den schleppenden U3-Ausbau und die Verzögerungen bei der Umsetzung des Gesundheitstarifvertrags von 2009.

Es sei durchaus akzeptabel, dass mit der ersten KiBiz-Revision lediglich die drängendsten Missstände behoben worden seien. Nun müsse aber die 2. Revisionsstufe zügig angegangen werden, wobei diesmal die Beschäftigten nicht wieder vergessen werden dürften. Es gebe eine wachsende Resignation bei den Beschäftigten aufgrund der Überlastung, was bei einigen bereits zu ‚inneren Kündigungen‘ führte. Durch die hohen Belastungen sei der Beruf des Erziehers/ der Erzieherin gerade für junge Leute unattraktiv. Zum Abschluss ihres Kurz-Referates führte sie einige konkreten Forderungen für die kommenden Revisionsprozess aus: So sei bereits vor Sommer 2012 eine schnelle Teilrevision notwendig, um die Beschäftigten kurzfristig zu entlasten. Ferner müsse es eine verbesserte Fachkraft-Kind-Relation und mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit geben. Es müsse sichergellt werden, dass in den Kitas der Gesundheitsschutz funktioniere und weiter müsse der Ausbau vorangebracht werden.

Als drittes führte Frau Dr. Carolin Butterwegge von der LINKEN ihre Erwartungen an eine gute Kita aus. So müsse eine Kita eine umfassende und vielfältige Förderung der Kinder leisten, was eine gute pädagogische Betreuung voraussetze. In den Kitas müsse Gute Arbeit für die Beschäftigten geschaffen werden, was sowohl Aspekte wie eine gesellschaftliche Aufwertung als auch eine den hohen Anforderungen angemessene Bezahlung beinhalte. Darüber hinaus nannte Butterwegge Arbeitsplatzsicherheit und den Schutz der Gesundheit der ErzieherInnen als wichtige Aspekte für Gute Arbeit. Für die LINKE seien Kitas ein wesentlicher Teil der sozialen Daseinsvorsorge.

Angeregt durch die guten Referate wurde gemeinsam mit Eltern und Erzieherinnen teils kontrovers und angeregt diskutiert.

Die LINKE bedankt sich herzlich bei Frau Dr. Agnes Klein, die trotz terminlichen Drucks an dieser Veranstaltung teilnahm, bei Frau Hildegard Merten, welche die Sorgen und Nöte der Erzieherinnen und Erzieher eindringlich ausgeführt hat und bei den BesucherInnen der Veranstaltung.

Auch in Zukunft wird sich die LINKE für Gute Kitas für alle (!) und für Gute Arbeit für die Erzieherinnen und Erzieher einsetzen. Das Kinderbildungsgesetz ist in der Praxis durchgefallen und politisch verbrannt: Es wird nun darum gehen, eine für alle Beteiligten tragfähige und gute gesetzliche Grundlage für eine gelingende Kindertagesbetreuung zu schaffen.

Köln, 1.12.2011